Sonntag, 15. Januar 2017

Huch



Letztens saß ich in einem Café. Es war relativ voll, sodass unvermeidlich ein paar Gesprächsfetzen zu mir rüberkamen...
...
Sie 1 (ungefähr 35 Jahre alt): „...ist echt der Hammer. Schon in der ersten Sitzung war ich überzeugt!“
Sie 2 (gleiches Alter): „Echt? Und was macht der mit Dir?“
Sie 1: „Also momentan arbeiten wir an meinem... äääh... inneren Kind!“
Sie 2 (anzüglich): „Ach so ein Therapeut...“
Beide kichern, bis sich Sie 1 zusammenreißt...
Sie 1: „NEIN, nicht so... Mein inneres Kind drückt meine Bedürfnisse aus. Das, was in meiner Kindheit vernachlässigt wurde. Weshalb ich noch heute unglücklich bin.“
Sie 2: „Du bist unglücklich?“
Sie 1: „Klar, total. Und ich will, dass es meinen Kindern besser geht.“
Sie 2: „Voll nett von Dir!“
Sie 1: „Ja. Mein inneres Kind will jedenfalls mehr Zeit haben. Mehr Aufmerksamkeit.“
Sie 2: „Ach so, deshalb die Shopping-Tour heute...“
Sie 1: Genau! Ich nehme mir mehr Zeit für mich. Soll Maik sich doch mal um die Kinder kümmern.“
Beide stoßen mit Prosecco an...
Sie 1: „Hauptsache, der verbockt das nicht wieder und vergisst, Jason vom Englisch-Kurs abzuholen...“
Sie 2: „Oooh, die werden ja so schnell groß. Letzte Woche auf seinem fünften Geburtstag sahst Du so gut aus.“
...
Der nächste Tisch kam plötzlich in mein Ohr...
Mann 1 (ca. 45): „...und dann haben die mich angehalten.“
Mann 2 (ca. 35): „Was? Heftig, Alter...“
Mann 1: „Ja, egal. Ich hab gesagt, dass es mir Leid tut und gut war.“
Mann 2: „Aber dass die Dich überhaupt angehalten haben...“
Mann 1: „Ich war überrascht, dass sie mich einholen konnten...“
HÖHÖHÖ...
Mann 1: „Tja, ist halt ein Polizeistaat.“
Mann 2: „Ja, die Regierung...“
RAUS, nur raus hier, dachte ich.

Zahlen und raus.
Es war Nachmittag. Und es war kalt. Und jetzt fing es auch noch an zu schneien. Im Januar.
Huch...

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Frohe Weihnachten



„Ach, ist das schön!“
Etwas anderes konnte Dr. Karsten Reich schon eine Weile lang gar nicht mehr denken. Es war ja sooo schön!

Er saß in einem extrem bequemen Sessel und seufzte vor sich hin. Die Augen hielt er geschlossen, um ganz in diesem Moment der Glückseligkeit aufgehen zu können. Er spürte nur den Sessel und das warme, wohlige Gefühl in seinem Magen. Im Hintergrund erklangen sanfte Töne einer wohlklingenden Musik.
„So fühlt sich also Glück an. Schön!“, dachte er, „Und das nur, weil das Pack weit weg ist. Kein Landvolk mehr, keine Frau Hufschmied mehr, vor allem kein Hinnerk mehr.“
Ein kurzer Krampf durchzuckte ihn, doch sofort erklärte er sich: „Das kommt bestimmt von der letzten Golfrunde mit meinen neuen Freunden aus der Klinik. JA, KLINIK! Ist das GEIL!!!“
Das Grinsen auf seinem Gesicht wurde immer breiter: „Eine Klinik, in einer echten Stadt – und ich bin der Chef. Alle beten mich an. Alle wollen mein Freund sein. Und alle Frauen... nun ja, ein Genießer schweigt... Hauptsache nicht mehr dieses Scheiß-Dorf. Diese Deppen. Dieses Essen. Dieses BINGO. Und dieses Gesöff erst...“
Karsten schauderte bei dem Gedanken an seine Zeit im Dorf. In diesem Sessel fühlte es sich so schön an.

Wobei...
...irgendwie...
...langsam wurde der Sitz unbequem...
...und kalt wurde es auch...
...und die Musik klang nicht mehr so schön...
...eher wie – MUUUUH?

Karsten riss erschrocken die Augen auf – und erschrak noch mehr, als direkt vor seinem Gesicht ein unscharfes, aber definitiv hässliches Männergesicht scheinbar tief in seine Augen blickte.
„AAAAAH“, konnte er noch rufen, bevor er rückwärts vom Melkschemel ins Heu fiel. Lautes Gelächter war vernehmbar.
„Aber“, stotterte Karsten, „aber was... aber wie... aber wo...“
Das Lachen schwoll an, bis sich die hässliche Männervisage wieder auf ihn zubewegte. Langsam erkannte Karsten das Gesicht: Hinnerk.
„AAAAAAAAAH!“, brachte Karsten erneut hervor.

Nun wurde Hinnerks Grinsen immer breiter: „Na, Herr Doktor? Ihnen scheint Hinnerks Weihnachtswunder ja zu gefallen. Sie haben immerhin fast eine Viertelstunde reglos auf dem Schemel gegrinst. Das is‘ neuer Rekord. Glückwunsch!“
Na dann, dachte Karsten, frohe Weihnachten...

Dienstag, 15. November 2016

Geklauter, sexistischer und gelogener Text



In der Welt leben vielgehasste Männer,
wie ein Bär so stark und wahre Scharlatane.
Doch viele schicke Frauen, sie waren fasziniert,
und so manche Maid haben die Bösewichte verführt...

Unersättlich sind sie im Verlangen
nach Genüssen dieser Welt.
Gegen Sünden, die sie selbst begangen,
zieh‘n sie dann zu Feld.

Als die Völker von so manchem hörten,
jagten sie sie nicht davon.
Weil sie auf Wunderheiler schwörten
für die Zukunft schon...

TRU-TRU-TRUMPUTIN,
Kavaliere der Königinnen.
Schlimmer als sie ist keiner im Land.
TRU-TRU-TRUMPUTIN,
haben Weiber nur im Sinn.
Sie bringen jede um den Verstand...

Sie haben alle Macht - sind stärker als ein Zar
und den Kasachok tanzen sie ganz wunderbar.
Wenn's um die Liebe geht, da sind sie unerreicht.
Mit 'ner Frau im Arm fällt ihnen das Regieren leicht.

Die Männer wünschen sie ins dunkelste Verließ,
für die Damenwelt sind sie einfach zuckersüß.
Kein Zweifel, bei den Frau'n, da kommen sie riesig an,
was bei denen zieht, das versteht ja doch kein Mann.
Eines Nachts, da locken ihre Feinde
sie in ein gewisses Haus.
Lebend - so beschließt es die Gemeinde -
kommen die nicht mehr raus.

TRU-TRU-TRUMPUTIN,
Kavaliere der Königinnen.
Sie gießen heimlich Gift in den Wein.
TRU-TRU-TRUMPUTIN,
haben Weiber nur im Sinn.
Trinken aus und sagen, das schmeckt gar fein...

TRU-TRU-TRUMPUTIN,
Kavaliere der Königinnen.
Als das Gift nicht wirkt, da seh'n sie rot.
TRU-TRU-TRUMPUTIN,
haben Weiber nur im Sinn.
Sie zielen gut und schießen ihn tot...