Mittwoch, 15. März 2017

Alltag im Kindergarten



Kevin-Chantal hat Marc-Lucie nicht in den Sandkasten gelassen. Dörte-Jonas, Marc-Lucies bester Freundin, hat daraufhin Claire-Holger nicht mehr mit dem Puppenhaus spielen lassen. Claire-Holger ist nämlich Kevin-Chantals bester Freundin.

Von der Empore aus guckt sich Karl-Lisbeth das Ganze an und grinst breit. Dörte-Jonas wird nach oben gerufen, weil es ein neues Püppchen für das Puppenhaus gibt. Während Dörte-Jonas auf der Treppe ist, wirft Karl-Lisbeth mit einem gezielten Tennisball alle mühsam aufgebauten Tiere vor dem Puppenhaus um.

„Die haben Probleme“, denkt sich Nancy-Klaus, „Ganz besonders Malte-Johanna.“ Malte-Johanna liegt seit einer Stunde mit Kuscheldecke auf einem großen Kissen und entspannt...“ Nancy-Klaus versucht, Mehmet-Sybille aus der Sitzecke fernzuhalten. Dazu soll Mehmet-Sybille Bauklötze bringen, mit denen eine Grenze zwischen den Sesseln aufgestellt werden kann.

In der Mitte sitzen andere Kinder, die einfach vor sich hin spielen. Einige mischen sich mal in Streitigkeiten ein, andere lassen dem ganzen ihren Lauf.

Noch andere prügeln sich, ohne dass es jemand mitbekommt.

Die Erzieher, Gottfried und Allahnis (die anderen sind krank), berichten mittags den Eltern davon.

Diese nehmen ihre Kinder mit nach Hause, wo sie sich nochmal über den Vormittag unterhalten. Die Eltern denken: „Kinder!“.......

.......treffen sich abends mit Freunden und sprechen über Politik...

Mittwoch, 15. Februar 2017

Wahnsinn!?



Wahnsinn! Das Jahr 2017 ist noch nicht sonderlich alt und ich habe das Gefühl schon öfter als in allen Jahren zuvor einen Satz gesagt oder zumindest gedacht zu haben: Seid Ihr denn alle bescheuert? Ok, ok: Sind WIR denn alle bscheuert?

Keine Ahnung, ob das mit der Weltpolitik zu tun hat. Wahrscheinlich auch, denn guckt man in ein paar der größeren Länder der näheren und ferneren Umgebung, könnten einen echt Zweifel befallen.
Gewählt ist gewählt, rückgängig machen geht nur mit illegalen Mitteln...

Leider stimmt auch der Satz „Scheiße fällt nach unten“ so sehr wie nie zuvor.

Zum einen, weil bei allem Unfug, den hochrangige Politiker, Vorstände großer Unternehmen oder sonstwer mit (zu) vielen Befugnissen anstellen, leiden doch meist die, die in der Nahrungskette ganz unten stehen. Noch einfacheres Beispiel: Wir Menschen leben über unsere Verhältnisse, die Tiere leiden...

Zum anderen ist aber auch das, was früher „Unterschichten-Slang“ genannt wurde, in den sogenannten oberen Schichten der Gesellschaft angekommen. Beleidigungen, Beschimpfungen, zum Teil sogar Prügeleien sind in der gesamten Gesellschaft offenbar kein Tabu mehr. Es scheint immer weniger Respekt vor anderen Menschen zu herrschen, Hauptsache, ich bekommen meinen Willen.

„Die Freiheit des einen endet, wo die Freiheit des anderen beginnt.“ Von wegen. Da lässt sich doch was machen. Die eigene Freiheit auszubauen erscheint das größte Ziel der Menschheit geworden zu sein. Bloß nicht dafür anstrengen, was zu verändern. Antworten müssen einfach sein, sonst sind es keine.

Die Erde ist verdreckt? Lebensraum im All. Sterben? Kryonik. Wahrheiten sind mir unbequem? Fake news. Ich soll gesund essen? Nahrungsergänzungsmittel. Eisenmangel? Blutkonserve. Ende der politischen Karriere durch Wahlniederlage? Verfassungsänderung. Kalt? Auto. Wohnungsnot? Ausländer raus. Fünf in Mathe? Anwalt. Keiner interessiert sich für mich? You tube oder Dschungelcamp. Terror? Religionen abschaffen, aus der Kirche austreten! Armut und Hunger? Da sollten die Kirchen mal was machen...

Sind wir denn alle bescheuert?

Klar, wir sind ja alle nur Menschen...
...wäre nur schön, wenn wir uns daran öfter mal erinnern würden!

Sonntag, 15. Januar 2017

Huch



Letztens saß ich in einem Café. Es war relativ voll, sodass unvermeidlich ein paar Gesprächsfetzen zu mir rüberkamen...
...
Sie 1 (ungefähr 35 Jahre alt): „...ist echt der Hammer. Schon in der ersten Sitzung war ich überzeugt!“
Sie 2 (gleiches Alter): „Echt? Und was macht der mit Dir?“
Sie 1: „Also momentan arbeiten wir an meinem... äääh... inneren Kind!“
Sie 2 (anzüglich): „Ach so ein Therapeut...“
Beide kichern, bis sich Sie 1 zusammenreißt...
Sie 1: „NEIN, nicht so... Mein inneres Kind drückt meine Bedürfnisse aus. Das, was in meiner Kindheit vernachlässigt wurde. Weshalb ich noch heute unglücklich bin.“
Sie 2: „Du bist unglücklich?“
Sie 1: „Klar, total. Und ich will, dass es meinen Kindern besser geht.“
Sie 2: „Voll nett von Dir!“
Sie 1: „Ja. Mein inneres Kind will jedenfalls mehr Zeit haben. Mehr Aufmerksamkeit.“
Sie 2: „Ach so, deshalb die Shopping-Tour heute...“
Sie 1: Genau! Ich nehme mir mehr Zeit für mich. Soll Maik sich doch mal um die Kinder kümmern.“
Beide stoßen mit Prosecco an...
Sie 1: „Hauptsache, der verbockt das nicht wieder und vergisst, Jason vom Englisch-Kurs abzuholen...“
Sie 2: „Oooh, die werden ja so schnell groß. Letzte Woche auf seinem fünften Geburtstag sahst Du so gut aus.“
...
Der nächste Tisch kam plötzlich in mein Ohr...
Mann 1 (ca. 45): „...und dann haben die mich angehalten.“
Mann 2 (ca. 35): „Was? Heftig, Alter...“
Mann 1: „Ja, egal. Ich hab gesagt, dass es mir Leid tut und gut war.“
Mann 2: „Aber dass die Dich überhaupt angehalten haben...“
Mann 1: „Ich war überrascht, dass sie mich einholen konnten...“
HÖHÖHÖ...
Mann 1: „Tja, ist halt ein Polizeistaat.“
Mann 2: „Ja, die Regierung...“
RAUS, nur raus hier, dachte ich.

Zahlen und raus.
Es war Nachmittag. Und es war kalt. Und jetzt fing es auch noch an zu schneien. Im Januar.
Huch...