Dienstag, 15. November 2016

Geklauter, sexistischer und gelogener Text



In der Welt leben vielgehasste Männer,
wie ein Bär so stark und wahre Scharlatane.
Doch viele schicke Frauen, sie waren fasziniert,
und so manche Maid haben die Bösewichte verführt...

Unersättlich sind sie im Verlangen
nach Genüssen dieser Welt.
Gegen Sünden, die sie selbst begangen,
zieh‘n sie dann zu Feld.

Als die Völker von so manchem hörten,
jagten sie sie nicht davon.
Weil sie auf Wunderheiler schwörten
für die Zukunft schon...

TRU-TRU-TRUMPUTIN,
Kavaliere der Königinnen.
Schlimmer als sie ist keiner im Land.
TRU-TRU-TRUMPUTIN,
haben Weiber nur im Sinn.
Sie bringen jede um den Verstand...

Sie haben alle Macht - sind stärker als ein Zar
und den Kasachok tanzen sie ganz wunderbar.
Wenn's um die Liebe geht, da sind sie unerreicht.
Mit 'ner Frau im Arm fällt ihnen das Regieren leicht.

Die Männer wünschen sie ins dunkelste Verließ,
für die Damenwelt sind sie einfach zuckersüß.
Kein Zweifel, bei den Frau'n, da kommen sie riesig an,
was bei denen zieht, das versteht ja doch kein Mann.
Eines Nachts, da locken ihre Feinde
sie in ein gewisses Haus.
Lebend - so beschließt es die Gemeinde -
kommen die nicht mehr raus.

TRU-TRU-TRUMPUTIN,
Kavaliere der Königinnen.
Sie gießen heimlich Gift in den Wein.
TRU-TRU-TRUMPUTIN,
haben Weiber nur im Sinn.
Trinken aus und sagen, das schmeckt gar fein...

TRU-TRU-TRUMPUTIN,
Kavaliere der Königinnen.
Als das Gift nicht wirkt, da seh'n sie rot.
TRU-TRU-TRUMPUTIN,
haben Weiber nur im Sinn.
Sie zielen gut und schießen ihn tot...

Samstag, 15. Oktober 2016

Der kleine Unterschied

Ich gehe gerne in die Sauna. Man könnte sagen: Ich liebe es!
Mein Traum war immer, eine eigene Sauna zu haben. Daraus wurde und wird nichts - deshalb gehe ich in öffentliche Saunen.

In der Sauna genieße ich die Hitze. Es strengt den Körper an, ohne dass ich mich bewegen muss. Was gibt es Besseres?
Öffentliche Saunen haben auch Vorteile. Zumindest einen: Die Abwechslung ist größer als in einer eigenen Sauna. Hiermit meine ich zunächst die Abwechslung an Saunen. Unterschiedliche Hitzegrade, verschiedene Ausstattungen, verschiedene Feuchtigkeitsgrade. Und dazu noch Whirlpools und Schwimmgelegenheiten. Ganz zu Schweigen von Ruhebereichen, die kein Mensch braucht. Ich ruhe doch schon in der Sauna, was soll ich denn draußen auch noch rumliegen?

Nachteil der ganzen Sache: Ich bin nicht alleine dort. Menschen. Sogar in meiner Freizeit. Wenn ich entspannen will. Menschen, die mich angucken. Menschen, die ich angucke. Und noch schlimmer: Menschen, die ich höre.

Hier erkennt man nämlich die Unterschiede. Klein, aber fein.

Manche Menschen sind auch alleine in der Sauna. Sie sind oft auch ruhig und reden nicht. Nur wenige scheinen hier Kontakte zu suchen.
Andere kommen aber gleich im Rudel. Oder sie sammeln sich in Rotten zusammen. Wahrscheinlich sollte man eher von Schwärmen sprechen, da nicht gejagt, sondern geschnattert wird.

Und hier gibt es weitere Unterschiede: Einige unterhalten sich leise, andere nicht. Letztere scheinen häufig das Gefühl zu haben, dass der Rest der Welt ihre Gespräche als ebenso interessant empfinden müsse wie sie selber. Noch'n Unterschied: Frauen unterhalten sich über Gott und die Welt (ok, wohl eher über Uschi und Klaus), Männer über Arbeit und Fußball.

Eine Sauna ist also ein klischeebehafteter Ort. Trotzdem fühle ich mich dort gut.

Wenn doch nur alle ihre Fresse halten würden...

Donnerstag, 15. September 2016

...und jetzt?

Jetzt ist Herbst. Zumindest meteorologisch.
Konsumtechnisch ist ja schon Weihnachten. Beides seit dem 1. September.

Nach all dem Jammern über den Sommer ist es doch beruhigend zu sehen, dass das Leben weiter geht. So, wie die Jahreszeiten.

Vielleicht geht es ja auch gut weiter.

Einige Brandstifter wollen uns glauben lassen, dass ganz Spanien und Kalifornien abbrennen werden. Verzweifelte Löschversuche scheinen öfter zu scheitern als die Brände zu besiegen.

Ähnlich bei den verbalen Brandstiftern. Auch sie scheinen nicht zu verhindern und schon gar nicht zu besiegen zu sein.

Nur, weil sie laut sind!

So viele Menschen arbeiten im Stillen daran, Brände zu löschen. Kaum jemand hört sie, wenige sehen sie - aber sie sind da!

Sie geben Hoffnung. Darauf, dass die Spekulatius auch Weihnachten noch schmecken. Darauf, dass die Jahreszeiten irgendwann wieder normal verlaufen. Darauf, dass die Brandstifter irgendwann keine Lust mehr haben, Brände zu legen.

Wer Feuer legt, denkt egoistisch und falsch. Jedes Feuer ist gut für die Feuerwehr, nicht für die Brandstifter.

Wenn sie das doch nur begreifen würden. Dann wäre die Feuerwehr arbeitslos.

Und die Welt sauberer.

Montag, 15. August 2016

Sommer 2016



Sommer 2016.
Ich war dabei!
Die ganzen fünf Minuten.

Im Ernst: So schlimm ist es doch gar nicht. Klar, es gibt Kälterekorde, es regnet in einigen Regionen etwas mehr als sonst. Auch die Bauern werden etwas nervös, weil sie um ihre Ernte bangen.
Aber sogar letztere sagen, dass es zwar kein „super Ergebnis“ wird, aber doch ein „durchschnittliches“. Immerhin.
Genauso würde ich auch den Sommer beschreiben. Sicher kein „Super-Sommer“, aber doch auch keine Katastrophe.

Also warum meckern wir so viel?
Mir scheint es manchmal so, als seien wir mittlerweile dahin „erzogen“ worden, erstmal zu meckern und zu jammern.

Du hast einen neuen Job? – Ja, voll anstrengend!
Ihr seid Eltern geworden? – Ja, ich habe seit Wochen nicht mehr durchgeschlafen.
Neuer Fernseher? – Ja, kann aber kein Internet.
Die Sonne scheint! – Voll heiß, ich schwitze schon.
Es regnet! – Mist, meine Schuhe sind nicht wasserdicht.
Du warst im Urlaub? – Ja, voll teuer da alles.

 Eigentlich könnten wir uns darüber amüsieren: Wir haben uns einen neuen Reflex angewöhnt, mit dem wir viele lustige Gespräche führen können. Erstmal alles von der Seele jammern, bevor wir dann ernst über die Realität reden.
Leider kommen viele nicht mehr so weit. Sie verharren im Jammern und Meckern und freuen sich, wenn andere Menschen sich ihnen anschließen. Und dann jammern und meckern sie in einer immer größeren Gruppe. So ganz ohne Realitätsbezug, so ganz ohne irgendwelchen echten Hintergrund, so ganz ohne den Blick für das große Ganze.
Und dann wollen sie doch tatsächlich den Wetterfrosch im Teich versenken, weil er sie angelogen hat. Dabei haben sie ihm vorher die Leiter geklaut, sodass er gar nicht anzeigen konnte, dass das Wetter schön wird und sie ins Schwitzen geraten könnten.
Aber über das Jammern und Meckern hinweg können viele nicht mehr alles erkennen.

Ist auch schwierig mit den ganzen Tränen in den Augen.
Oder sind es Regentropfen? Immerhin ist ja Sommer...

Mittwoch, 15. Juni 2016

Generation heute



„Ach wär‘ ich doch nochmal so jung...“, „ich wollt‘ auch nochmal 20 sein...“, „beschwer‘ Dich nicht – die Schulzeit ist die beste Zeit des Lebens...“
Hat das nicht jeder von uns schon einmal gehört? Und haben wir uns nicht alle ziemlich darüber aufgeregt, als wir es gehört haben?

Und haben wir uns, je nachdem, wie alt wir bereits geworden sind und wie viel Kontakt wir zu jüngeren Menschen haben, ertappt, diese Sätze selber zu verwenden?

„Damals“, als wir noch Kinder oder Jugendliche waren, waren Menschen um die 40 eigentlich schon tot. Uralt zumindest. Die Perspektive ändert sich deutlich.

Unsere Schulzeit war furchtbar: Früh aufstehen, Arbeiten schreiben, Gedichte auswendig lernen (oder die Weihnachtsgeschichte), Anwesenheitspflicht, fliegende Kreide oder Schlüsselbunde. So kam es uns damals vor.
Im Nachhinein erinnern wir uns aber vor allem an Freunde treffen, Schwänzen, Lehrer veräppeln, Klassenfahrten und Parties. Und da „die Jugend von heute“ dies ja momentan durchleben darf, beneiden wir sie.

Ich nicht.

Ein etwas differenzierterer Blick lässt uns erkennen, unter welchem Druck die jungen Menschen stehen. Wie belastet sie sind und welchen Stress sie schon in jungen Jahren erleben – also schon in der „besten Zeit des Lebens“.
Dieser Stress ist zugegebener weise nicht unbedingt dem Schulsystem geschuldet. Auch wenn die Belastung durch Lernen, Arbeiten etc. schon hoch ist.

Der größte Stress, der existiert ist der Stress durch die Umwelt. Die menschliche Umwelt. Familie, Freunde und solche, die für wichtig gehalten werden. Sogenannte Peer-Groups.
Ziel jedes Menschen ist es, zu einer Gruppe zu gehören. Gruppen definieren sich über die unterschiedlichsten Dinge: Kleidung, Hobbies, Vereinszugehörigkeit, Musik und vieles mehr.
Früher konnten wir ohne Probleme einen eigenen Weg gehen. Zwar wurden wir dafür auch mal belächelt, in extremen Fällen sogar geärgert oder verprügelt. Aber wir wurden nicht weltweit an den Pranger gestellt, potenziellen Arbeitgebern als „nicht einstellbar“ vorgeführt und auf ewig mit Fotos, Aussagen oder dummen Aktionen konfrontiert. Früher wurde auch mal vergessen, heute nicht.
Kein Wunder, wenn alle gleich aussehen oder die gleiche Musik hören: Wer anders ist, wird erkannt, bekannt und im Zweifel auf einem virtuellen (?) Scheiterhaufen verbrannt.

Ich bin froh, dass ich nicht mehr jung sein muss. Zumindest nach meinem Ausweis.

Ansonsten gilt: Ich bin so jung, wie ich mich fühle – auf den ganzen Körper bezogen also zwischen 10 und 90. Macht einen guten Schnitt...